Anti-Pilz-Diätplan

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Anti-Pilz-Diätplan 2017-09-26T13:58:59+00:00

Liebe Patientin, lieber Patient!

Bei Ihnen wurde eine behandlungsbedürftige Hefepilzansiedlung im Darm festgestellt. Ihr/e Therapeut/in hat Ihnen dagegen ein wirksames Arzneimittel verordnet, welches Sie bitte genau nach Anweisung einnehmen. In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass eine medikamentöse Sanierung des Darmes ohne Ernährungsumstellung wenig sinnvoll ist. Die diätischen Hinweise basieren auf den grundlegenden Arbeiten von Prof. Dr. med. Rieth.

Hefen brauchen zum Existieren eine organische Kohlenstoffquelle, da sie nicht imstande sind, aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate aufzubauen. Am leichtesten zugänglich ist Ihnen dabei der organische Kohlenstoff in Form von Einfachzuckern, wie weißer Industriezucker. Je mehr Einfachzucker den Hefepilzen zur Verfügung steht, um so besser gedeihen sie. Aus diesem Grunde sollen während der medikamentösen Anti-Pilz-Therapie in ihrem täglichen Ernährungsplan Einfachkohlenhydrate deutlich reduziert werden.

Gewarnt werden muss hier allerdings vor extremen Diäten, bei denen nicht selten über Wochen und Monate die Zufuhr von sowohl einfachen als auch fälschlicherweise von komplexen Kohlenhydraten auf ein Minimum beschränkt wird. Hier besteht die Gefahr, dass nicht nur der Pilz, sondern auch der Patient Schaden nimmt.

Essen können Sie, vorausgesetzt,
es liegt keine Allergie oder Intoleranz auf das
jeweilige Nahrungsmittel vor:
Verzichten sollten Sie auf:
Kartoffeln, Vollkornreis und -Nudeln, Buchweizen Nudeln aus Auszusprodukten
Vollkornbrot, Knäckebrot, auch zuckerlose Hefegebäck
aus Vollkorn, Mischbrot
Weißbrot, Brötchen, Toast aus Auszusmehl
Fisch und Fleisch in allen Variationen, aber nicht paniert
Eierspeisen mit Milch, Milchprodukte oder Sahne +Wasser, Gemüse oder Salat, Shouffle, Auflauf
Gemüse,einheimisch oder exotisch (Auberginen, Blumenkohl,
Bohnen, Brokkoli, Chinakohl, Chilischoten, Erbsen, Fenchel
,usw.) und Salate
Waldpilze, Champignose
Milchzucker Zucker, Haushaltszucker, Malzzucker, Rübenzucker, Puderzucker
Herzhaftes Vollkorngebäck und Nüsse in Maßen, Müsli ohne Zucker Süßigkeiten aller Art, Kuchen, Kekse, Pudding
Süßstoffe z.B. Saccharin, Sukrinetten Zuckeraustauschstoffe: Sorbit, Xylit, Mannit
Getränke
Zuckerfreie Getränke wie Mineralwasser, Kaffee, Tee;
in Maßen trockene und halbtrockene Weine, trockener Sekt
Gesüßte, Getränke wie Limonaden, Cola, Nektare,
Fruchtsaftgetränke, Obstsaft, süße Weine, Liköre, etc.

Wichtig ist das Ausräumen der Hefenester mit Pflanzenfasern. Dazu dient die reichliche Zufuhr von Ballaststoffen, um die Hefenester im Dünndarm und Dickdarm auf mechanische Art zu beseitigen. Mehrmals täglich zugeführt, ist die ausräumende Wirkung von Pflanzenfasern besonders wirkungsvoll.

Ballaststoffreich sind:

  • Brot (Roggenbrot, Vollkornbrot, Vollkornschrotbrot (z.B. Pumpernickel, Schlüterbrot), Weizenschrotbrot (Grahambrot), Vollkorntoastbrot, Vollkornknäckebrot Vollkornknusperbrot, Sojabrot, Sonnenblumenkernmehlbrot, Mehrkornbrot, Leinsamenbrot, mit Kleie angericherte Brote)
  • Nahrungsmittel (Vollkornschrot, Vollkorngrütze, Vollkorngraupen, Vollkornflocken, Vollkornmehl, Getreidekörner, Vollkornteigwaren, ungeschälter Reis, Sojamehl, Kleimlinge)

Ist Hefe in Nahrungsmitteln während der Diätphase erlaubt?

Prinzipiell können Bäckerhefe und andere Kulturhefen bedenkenlos verzehrt werden, denn sie haben keinerlei krankheitserregende Eigenschaften, wie Candida albicans und deren Verwandte. Besteht jedoch eine Allergie gegen Candida, so kann es zu allergischen Reaktionen gegen die artverwandten Kulturhefen kommen. In diesen Fällen muss also tatsächlich auch Hefe in Wein, Bier, Brot oder Backwaren sowie in einigen Käsesorten und vegetarischen Brotaufstrichen gemieden werden.

Wie ernährt man sich nach der Diätphase?

Nach der etwa vierwöchigen Diät darf man natürlich auf keinen Fall wieder in die alten, leider oft -zuckerreichen Ernährungsgewohnheiten zurück verfallen. Vielmerh sollte die Ernährung möglichst langfristig, zumindest aber für vier bis sechs Monate, im Sinne einer Vollwert-Kost umgestellt werden. Während isolierter Zucker (weißer oder brauner Haushaltszucker, Malzzucker, Rübenzucker) im Rahmen einer vollwertigen Ernährungen ausgespart bleiben sollte, sind alle Obstsorten, auch die süß schmeckenden, erlaubt. Weißmehl ist weniger geeignet, denn es enthält kaum hochwertige Inhaltsstoffe.

Eine Vollwertkost beinhaltet neben einem hohen Anteil an Gemüse, Obst und Salaten, möglichst schonend zubereitet, Milch und Milchprodukte und in geringen Menschen Eier, Fisch und Fleisch. Sie sollte vielseitig, aber nicht zu reichhaltig sein.